Freiraum für Spontanität…

…oder so ähnlich war mein Vorsatz für das Jahr in Uganda. Geschuldet dessen, dass ich mich im letzten Semester studientechnisch und arbeitsmäßig etwas übernommen hatte.

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Sportunterricht

Wie klappt das nun hier? 

Mittlerweile bin ich seit gut zwei Monaten hier in Jinja und ich muss sagen, es fühlt sich wie Zuhause an. Gerade bei der Arbeit bei EWAKA und an der Kyabirwa Primary School stellen sich gewisse Routinen ein, sogar im Musikunterricht. Ja, ihr habt richtig gehört, ich unterrichte tatsächlich Musik und es klappt sogar ganz gut, auch dank Nele. Dieser Alltag wurde in den letzten Wochen immer mal wieder unterbrochen durch Exams an unserer Schule und einer Lehrer Fortbildung zum Thema Sexualkunde. Darüber hinaus habe ich an der Kampala Geopolitics Confernce der Makerere Universität DSCF1765teilgenommen. Spannende Diskussionen zu Themen wie Überbevölkerung, Woman Empowerment, Fake News… Neben diesen Aktivitäten habe ich dann doch auch noch ein paar andere Projekte angestoßen. Zum einen ist dort die Arbeit in der“ Pefo Sport and Talent Initiativ“. Dort arbeiten wir weiter an der Planung weiterer Schulsport Turniere, sowie einem Fußballturnier für die „Out of school boys and girls“. Darüber hinaus sind wir dabei ein Manual für Sportlehrer sowie eins für Fußballtrainer im Distrikt Bodondo zu entwickeln. Zudem „bastel“ ich gerade mit Lennard, einem ASC weltwärts Freiwilligen aus Tansania, an einem gemeinsamen Video -projekt. In kurzen Klips wollen wir verschiedene Menschen aus Tansania und Uganda vorstellen. Ziel ist es eben nicht die Single Story „Afrika“ bestehend aus Lehmhütten, Löwen und hungernden Menschen, die aber sehr gut tanzen können, darzustellen, sondern zum Beispiel einen Antonio von Friends of Sport vorzustellen. Antonio hat in Kampala Soziale Arbeit studiert und arbeitet nun aber wieder in seiner Heimat in Jinja als Mechaniker. Nebenher hat er ehrenamtlich Friends of Sports gegründet und betreut im Rahmen dessen mehrere Fußball und Netball Teams für Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familien. Zudem unterstützt er diese in ihren schulischen Laufbahnen (auf den Bildern zu sehen in grün). 

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass das doch schon wieder einige Projekte sind, die ich mir angelacht habe. Dennoch bleibt aktuelle noch mehr als genug Freiraum für Spontanität. Die resultiert dann zum Beispiel in einer spontanen Radtour zusammen mit Jesper von Kampala nach Jinja. Vielleicht haben wir die Strecke etwas unterschätzt und mussten unsere Räder mit Hilfe von Gaffertape und Taschenlampen fit für die Dunkelheit machen. Vielleicht waren wir am Ende 6,5 h statt gedachten 4h unterwegs, aber das ist reine Spekulation 😉. Ein weiteres Projekt: Diese Woche hatte ich spontan einen Tag frei (Exams an der Schule) und schnell wurde zusammen mit Robin eine gemütliche Sitzecke auf unserer Terasse gebastelt. Das nächste Projekt sind nun Rutschen und Kletterwände für das EWAKA Baumhaus. Am Wochenende geht es mal wieder nach Kampala das Nachtleben unsicher machen und zusätzlich bin ich mit Prince zum fotographieren verabredet. Dieser studiert Kunst in Kampala und hat Zugang zur Dunkelkammer der Uni, ich bin sehr gespannt, ob meine Bilder bisher etwas geworden sind.

 

Zusammenfassend lässt sich glaube ich sagen, doch ich bin angekommen in Uganda, dennoch lerne ich jeden Tag immer noch neue Dinge, Menschen und Verhaltensweisen kennen und fühle mich doch noch wie ein Neuling. Ich bin sehr gespannt, was in diesem faszinierenden Land noch alles auf mich zukommt.

Viele Grüße Lucas

Bachelorarbeit, Schultunier, Oktoberfest, Sports Committee, EWAKA und Musikunterricht

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Team Kyabira

…wie das alles zusammen passt werde ich nun berichten. Zu allererst, ja Mama und Papa, meine Bachelorarbeit ist on Point am 28.09. fertig geworden. Das wurde dann direkt am Samstag auf dem Oktoberfest Kampala gebührend gefeiert, ja gibt es hier tatsächlich. Nachdem ich mich davon erholt habe, ist es neben der alltäglichen Arbeit mal wieder höchste Zeit für einen neuen Blogeintrag:

Mittlerweile arbeiten Nele und ich seit zwei Wochen an der Kyabira Primary School. Dort haben wir einen festen Stundenplan und sind verantwortlich für den Sportunterricht und den Musikunterricht. Ja richtig Musikunterricht, ich Lucas Abel, der so viel Ahnung von Musikunterricht hat, wie Donald Trump von Klimawandel. Naja bevor  die Stunden ausfallen haben wir uns natürlich doch überreden lassen und so wird im Musikunterricht vor allen Dingen gesungen und getanzt. Auch darin bin ich nicht herausragend, aber peinlich tanzen kann ich dann doch ziemlich gut. Ansonsten sind die Klassen hier alle relativ groß, die kleinste umfasst 82 Kids, die größte 138 SchülerInnen. Trotzdem klappt der Sportunterricht ziemlich gut. Dabei legen wir natürlich einen besonderen Fokus auf eine individuelle Förderung jedes Kindes. …so würde es sich vermutlich in einem Konzept für Sportunterricht finden. In der Praxis ist unser Ziel dann doch eher, dass sich alle mit Spaß bewegen :D.20180924_101315

Sportunterricht an der Kyabira

Letzte Woche Mittwoch fand gemeinsam mit der Hilfe von PEFO bei uns an der Schule ein großes Fußballtunier mit fünf weiteren Schulen statt. Musik, Fußball, Tanz, gutes Wetter, lachende Kinder und am Ende gewinnt die Kyabira, es hätte besser nicht sein können.

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Sports Committee

PEFO siehe link http://pefoug.org/ ist eine NGO, die ich über Umwege kennen gelernt habe, welche sich in verschiedenen Bereichen, unter anderem auch Education, engagiert. Nach einem Kennenlernen entstand gemeinsam mit FoS (Friends of Sports), einer weiteren NGO, ein Sport Committee unter dem Dach von PEFO mit eigenem Budget. Ziel ist es Sport sowohl in den Schulen als auch in der comunity mehr zu verankern. Ziele dabei sind, Gender equality, Empowerment, Soft Skills, Menschen zusammen zu bringen, Spaß an Bewegung… In diesem Kontext sind wir aktuell dabei ein Heft für Sportunterricht im Distrikt Jinja zu erstellen. Mit Hilfe dieses Heftes sowie Material von PEFO könnten Schulen dann Sportunterricht durchführen. Als Anreiz das dann auch wirklich zu tun, soll es im März ein großes Schultunier geben.

Neben diesen neuen Projekten läuft die Arbeit bei EWAK natürlich weiter. Einen ganz kleinen Teil der Spenden habe ich in Geländer am Baumhaus und Schulmaterialien für Kato investiert. Kato sitzt nach langer Krankheitsgeschichte im Rollstuhl und wird erst

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Streamline als Vorübung genauso wie mit Kopfsprung Kids in Köln

ab Dezember wieder in eine Schule gehen (Kato 8 Jahre alt lebt bei EWAKA). Deshalb düse ich aktuell in meinen Freistunden jeweils schnell zu ihm und neben Physiotherapie arbeiten wir an Mathe und Englisch. Zu guter Letzt haben wir mittlerweile feste Schwimmgruppen und so arbeite ich jeden Montag mit acht Kids an ihrer Schwimmfähigkeit. Genauso wie in Köln nur diesmal mit herrlichem Ambiente im Pool des Resorts Black Lantern. Durch die Connections mit dem Hotelbesitzer durch die Vorfreiwilligen und 2,3,4… Bier mit ihm auf dem Njege Njege Festival dürfen wir dort mit den EWAKA Kids umsonst schwimmen.

Fazit: Arbeit macht Spaß und Leben läuft 😉

Die ersten Fünf Tage…

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Die 8 ASC Weltwerts Freiwilligen zusammen mit PM Jonas

…fühlen sich gar nicht an wie fünf Tage, sondern mehr wie zwei Wochen. Das habe ich vor allen Dingen meinen Projektmanagern Eva und Jonas zu verdanken. Auf dem Flug nach Entebbe noch schnell die Bachelorarbeit fertig geschrieben (Spaß ist natürlich nicht fertig), wurden wir „acht ASC Uganda Freiwillige“ Freitagsabends bzw. Samstagnachts nach unserer Landung von ihnen am Flughafen abgeholt. Nach einer kurzen Nacht folgten drei Tage in Kampala gefüllt mit verschiedensten Aktivitäten: Sim-Karten besorgen, lokal Essen gehen, zur Registration unsere beantragten Working Permits  abholen, ein erstes Mal das Nachtleben erkunden, einkaufen im Supermarkt der Acacia Mall, ein erstes Mal im Gewühl des Owino Market Down Town unterwegs sein, und und und ….

 

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Boda Fahrt mit Julius @ASC ab heute mit Helm 😉

Unterwegs waren wir dabei stets mit dem BodaBoda (Motoradtaxis), einfach nur großartig. Insgesamt zeichnen sich die ersten Tage durch unendlich viele Eindrücke aus: Reichtum und Armut, Hektik und African Time, viele offene freundliche hilfsbereite Menschen, Chaos auf den ersten Blick und Organisation, wenn man genauer hinschaut, neue Gerüche und klimatische Bedingungen. Alles in allem ist Kampala eine beeindruckende Großstadt der Superlative – ich bin Fan- und doch froh mein tägliches Leben in Jinja zu verbringen.

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Unser Zuhause in Jinja

Am Dienstag ging es nach Jinja, dort werden die supersmarte Nele, die wunderhübsche Marie, Jesper und ich das nächste Jahr leben und arbeiten (dieser Text wurde korrigiert und überarbeitet von Marie). Nachdem Eva uns auch hier alle wichtigen Plätze und Personen gezeigt und vorgestellt hatte, (tausend Dank für all die Tipps) ging es los. Bye Bye Einführung, Willkommen Alltag, sprich arbeiten im Kinderheim der Ewaka-Foundation und hallo WG-Leben. Beides läuft aktuell bestens, die Zimmer sind eingerichtet, Futter für Susi, unseren „Wachhund“ (not really), sowie alle anderen Dinge des täglichen Gebrauchs, sind gekauft. Neben diesen ersten Shoppingtouren auf dem Markt und klassisch im Supermarkt, haben wir begonnen mit den Kids zu arbeiten. 

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Schwimmen im Nil

Es wurde Fußball gespielt und gemalt, wir waren im Nile schwimmen und wir haben begonnen weiter am Baumhaus zu basteln. Ab morgen wird dann auch zumindest morgens wieder für die Schule geübt. In drei Wochen startet diese für die Kids als Schülerinnen und Schüler und für mich als Lehrer.

Freitags sind wir bereits auf einer Hochzeit eingeladen, ich freue mich total auf das Jahr in Jinja, Uganda.

Liebe Grüße Lucas 

 

PS: …ja Mama und Papa ich bringe die Bachelorarbeit noch zu Ende, bin fast fertig 😉

Weitere Impressionen:

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Arbeiten am Baumhaus

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Busbahnhof Kampala

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Malen und Basteln im Kinderheim

Vorbereitungsseminar

Es wird Ernst. Am 01.03.18 versammelten sich alle ASC-Freiwilligen für die Länder Uganda, Ruanda, Sambia und Tansania in Göttingen für ein erstes vier-tägiges Vorbereitungsseminar. Zunächst einmal die spannende Frage, wer sind meine Projektpartner, mit wem wohne ich zusammen? Zum Glück habe ich eine ziemlich lustige, motivierte Gruppe erwischt. Neben meiner Projektpartnerin Nele, werde ich mit zwei weiteren Freiwilligen des ASCs in Jinja wohnen und arbeiten. Zudem gibt es vier weitere ASC-Freiwillige in Kampala, der Hauptstadt Ugandas.

Was haben wir sonst noch so in den vier Tagen erlebt? Neben eher weniger spannenden, aber wichtigen Geschichten, wie beispielweise rechtliche Rahmenbedingungen und vertraglichen Fragen, haben wir uns in diversen Workshops mit verschiedenen Themen und Aspekten beschäftigt: Globale Verteilung von Ressourcen. Verschiedene Rollen als Weltwärts- Freiwilliger. Abgerundet wurde das Programm durch sportliche Einheiten, wie zum Beispiel African Dance gemeinsam mit der „Dance Companie“. Gründer dieser Gruppe ist Jonas. Er ist gleichzeitig mein Betreuer in Uganda und Gründer der EWAKA Fondation.

Die wichtigste Lektion: Auch wenn ich es meinen Kindern immer predige und nicht erlaube, habe ich auf Socken in einer Turnhalle Sport gemacht. Naja was soll ich sagen, das Göttinger Krankenhaus hat eine tolle Notaufnahme und mit meiner Narbe an der Augenbraue bin ich jetzt ein echter #badboy. Besonders als angehender Sportlehrer natürlich super angenehm in einer mündlichen Prüfung im Fachbereich Volleyball diese Geschichte zum Besten zu geben. 😉

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„Team Uganda der ASC Freiwilligen“